Mittwoch, 3. Juni 2020

Weltregierung – muss das sein?

Im März hatte ich im Beitrag "Die Welt-Verschwörungs-Bürger" das zunehmende Problem der Verschwörungstheorien angesprochen. Auch dass dabei sogar bekennende Weltbürger als Multiplikatoren autreten und sich in ihrer Einfalt zu nützlichen Idioten der Szene machen. Dabei werden sie selbst Opfer solchen Irrsinns, wenn sie sich für eine "Weltregierung" einsetzen. Damit gehören sie nämlich selbst zu den dunklen Mächten, welche angeblich die Menschheit in einer "Neuen Weltordnung" versklaven wollen.

Wärend Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen, die gegenwärtige Coronavirus-Pandemie als eine Chance sehen, dass die Nationen zu mehr vernünftiger Kooperation zusammenfinden und das planetarische Bewusstsein der Menschheit wächst, haben Verschwörungsfanatiker das Thema längst in ihre Weltsicht eingeschlossen. Kürzlich verbreitete eine Clique wahnsinniger Bischöfe die Behauptung, die Pandemie wäre dafür erzeugt worden oder würde dazu genutzt, eine antichristliche Weltregierung zu installieren. Befeuert durch staatlich gelenkte Desinformation aus Peking, Lügenpropaganda aus Moskau und präsidialem Schwachsinn aus Washington ergibt sich insgesamt das Bild eines globalen Irrenhauses.

Regierungen waren schon immer der Inbegriff von Obrigkeit. Selbst demokratisch legitimierte Regierungen werden von der Masse der Bürger wenig geliebt. Mit ihrer Politik sind die Menschen selten hundertprozentig zufrieden. Unverstandene politische Kompromisse führen zu Enttäuschungen in der Bevölkerung. Durch den Fortschritt der Medien lässt sich Kritik leichter artikulieren und es lässt sich auch leichter zu öffentlichen Protesten und Aufruhr aufhetzen. In der Gegenrichtung provoziert das autoritäre Tendenzen und führt zum Abbau von Freiheitsrechten. Das spielt dann wieder Verschwörungsfanatikern in die Hände. Das Irrenhaus wird immer größer.

Das alles hat aber nur wenig damit zu tun, wenn ich hier den Begriff "Weltregierung" kritisch unter die Lupe nehme. Wenn es notwendig wäre, über eine Regierung für die ganze Welt zu sprechen, sollte man sich auch nicht von einem Irrenhaus verunsichern lassen. Aber es ist nicht notwendig. Eine Regierung ist nichts weiter als eine oberste Administration, als eine Verwaltung, wie man das in Deutschland nennt. In einem demokratisch legitimierten Rechtssystem ist sie an Recht und Gesetz gebunden und wird parlamentarisch kontrolliert.

Auf globaler Ebene haben wir bereits eine Welt-Aministration. Es ist das Sekretariat der Vereinten Nationen, mit dem UN-Generalsektretär an der Spitze. Nur fehlt hier eine eindeutige demokratische Legitimation. Um als Administration wirklich handlungsfähig zu werden, benötigt die UNO eigenständige Souveränitätsrechte. Um diese zu schaffen, brauchen wir ein Weltparlament, das auch die Gesetze beschließt, an die sich eine zukünftige Welt-Administration zu halten hat. Das ist seit Enstehung der UNO die Hauptforderung der Weltföderalisten.

Als am 19. November 1948 Garry Davis und eine Hand voll Aktivisten in Paris die Generalversammlung der Vereinten Nationen für kurze Zeit unterbrachen, verlangten sie ultimativ die Schaffung einer Weltregierung. Das war aber zu dem Zeitpunkt völlig unrealistisch und behinderte nur die Bemühungen seröser Weltföderalisten für eine realistische Verbesserung der UNO. Eine nach dieser Aktion entstandenen Weltbürgerbewegung war ein Strohfeuer und verschwand schnell in der politischen Bedeutungslosigkeit. Aus dieser Zeit berichtet der Artikel "Weltregierung – Für und wider eine Idee" (PDF – leider nur auf Deutsch). Forderungen nach einer Weltregierung hatten schon damals keinen Erfolg.

Deshalb möcht ich allen Weltbürgern und Weltföderalisten empfehlen, nach Möglichkeit auf den Begriff "Weltregierung" zu verzichten. Er ist ein überflüssiger Popanz, der zu Missverständnissen führt. Das was wir meinen, wird mit dem Begriff "Welt-Administration" präziser und unproblematischer ausgedrückt. Setzen sie sich nicht für eine "Weltregierung" ein, sondern für eine demokratische Weltföderation. Wir wollen auch keinen "Weltstaat", sondern eine aus selbständigen Staaten bestehende föderative Weltunion, die natürlich auch eine demokratisch legitimierte und funktionierende Administration als Exekutuve haben muss.

Montag, 25. Mai 2020

UN75-Volks-Deklaration und globaler Aktionsplan

Anlässlich einer feierlichen Übergabezeremonie an den Präsidenten der Generalversammlung der Vereinten Nationen, Tijjani Muhammad-Bande, am 14. Mai, veröffentlichten UN 2020 und Together First die in den letzten Monaten ausgearbeitete UN75-Volkserklärung, mit dem Plan für globale Aktionen, "Menschheit am Scheideweg: Globale Lösungen für globale Herausforderungen".

Das 11-seitige PDF-Dokument befindet sich unter anderem auf der Website der UN-Generalversammlung. Eine inoffizielle deutsche Übersetzung kann man HIER nachlesen.

"In einer Zeit, in der der Wandel in einem in der Geschichte beispiellosen Tempo und Ausmaß voranschreitet, kann und muss die Grundlage für einen besseren Weg für die Menschheit gelegt werden. Dieses Jahr birgt das Potenzial, als entscheidender Wendepunkt auf unserem Weg zu einer Welt des gemeinsamen Wohlstands auf der Grundlage der eingegangenen Verpflichtungen zu dienen. Eine weltumspannende Gesundheitskrise hat die Weltordnung in ihren Grundfesten erschüttert. Keine Gemeinschaft ist immun, und wir können uns nicht länger so verhalten, als ob unsere derzeitigen Institutionen ausreichen würden, um unsere Zukunft zu sichern. Wie die Vereinten Nationen, die aus der Asche des Zweiten Weltkriegs auferstanden, hat unsere Antwort auf diese Herausforderung das Potenzial, die Weltordnung so zu verändern, dass sie einer neuen Realität entspricht."

Dabei geht es um nicht weniger als die aktive und abgesicherte Mitsprache und Teilhabe an der zukünftigen weltpolitischen Entwicklung im Rahmen der Vereinten Nationen. Es lohnt sich das Dokument in aller Ruhe zu studieren und HIER zu unterschreiben.


Samstag, 23. Mai 2020

Wer sind die Mondialisten?

In letzter Zeit werde ich öfters gefragt, wer denn eigentlich die Mondialisten sind und welche Organisation dahinter steckt. Dazu wurde auf unserer Thema-Seite "The Mondialists" schon einiges erklärt. Die kleine Gruppe von Mondialisten, welche für diese Seite und die damit verknüpften Thema-Seiten verantwortlich ist und die "Deklaration Cosmopolis 2100" formuliert hat, besteht nur aus einer Hand voll Weltbürgern, die schon Ende des vergangenen Jahrhunderts bei der WeltBürgerInitiative dabei waren.
Logo der Mondialisten

Damals waren wir über 30 Aktive, von denen leider die meisten inzwischen verstorben sind. Die Mitglieder unserer kleinen Gruppe, aus Deutschland, Luxemburg und der Schweiz, befinden sich heute im fortgeschrittenen Alter. Sie sind noch mit Herz und Hirn dabei, wollen aber nicht mehr öffentlich in Erscheinung treten. Als Jüngster in dem Kreis erledige ich das. Aber ohne ihre Unterstützung, Ideen und konstruktive Kritik, könnte ich das auch nicht alleine machen.

Wir haben keinerlei Ambitionen eine Organisation zu gründen. Unsere Aufgabe sehen wir lediglich darin, die absoltute Notwendigkeit der politischen Vereinigung der Menschheit in einer föderalen Weltunion zu propagieren. Darüber hinaus unterstützen wir seriöse Inititativen, welche bereits in diese Richtung arbeiten und versuchen auch selbst entsprechende Initiativen anzustoßen. Siehe aktuell das Projekt Modell-Weltföderation.

Für unsere Aktivitäten, die fast ausschließlich im Internet stattfinden, müssen wir keine Organisation sein. Wir benötigen dafür keine nennenswerten finanziellen Mittel, weshalb man bei uns auch keine Bitte um Spenden findet. Die zur Zeit von uns betriebenen 13 aktiven Websites, eine Website und ein Forum im Archiv und zwei aktive Blogs sind alle kostenlos. Das wird alles möglichst einfach gehalten, ohne komplizierte Designs. Es geht dabei um kurze, nüchterne Informationen und nicht um Show-Effekte.

Wie auf der am Anfang genannten Website erläutert, halten wir uns nicht für die einzigen Mondialisten auf der Welt. Vielmehr können sich alle, welche die politische Vereinigung der Menschen wollen und sich dafür einsetzen, als Mondialisten ansehen. Es wäre unser größter Wunsch, wenn sich alle Mondialisten in einem konstruktiven Netzwerk verbinden würden. Daraus könnte eine richtige Weltbürgerbewegung entstehen, als treibende Kraft für die positive Zukunft der Menschheit.




Sonntag, 10. Mai 2020

Projekt Modell-Weltföderation

Wie am 1. Mai angekündigt, wurde die Suche nach dem Anfang der Weltunion begonnen. Ich habe dafür eine neue Website veröffentlicht. Das Project Model World Federation soll die Grundlage dafür schaffen. Ob diese Strategie parktikabel ist und funktioniert, wird sich im Laufe dieses Jahres herausstellen. Dabei ist die Coronakrise kein direktes Hindernis. Es geschieht erste einmal alles übers Internet.

Natürlich sind dafür alleine Likes in Sozialen Medien nicht ausreichend. Das Projekt braucht tatsächliche Teilnahme. Dabei gibt es keine Vorgaben. Wir müssen zunächst Ideen sammeln, die sich in absehbarer Zeit umsetzen lassen. Es sei auch darauf hingewiesen, dass sich durch das Projekt ebenso andere Inhalte transportieren lassen, wie zum Beispiel Forderungen nach Reform und Demokratisierung der UNO.

Gegenwärtig habe ich damit begonnen, Weltbürgerinnen und Weltbürger in den über 40 in Frage kommenden kleinen Staaten anzuschreiben, um sie als Korrespondenten für das Projekt zu gewinnen. Da ich die Adressen im Internet einzeln suchen muss, wird das einige Zeit dauern. Für Hinweise und Empfehlungen bin ich dankbar. Im NEWSBLOG der neuen Website will ich aktuelle Neuigkeiten dazu bekannt geben.


Samstag, 2. Mai 2020

Deklaration Cosmopolis 2100 – über 1000 Zustimmungen

Gestern kletterte die Zahl der Zustimmungen zu unserer Weltbürger-Deklaration Cosmopolis 2100 bei Change.org über 1000. Es dauerte allerdings zweieinhalb Jahre. Wir hatten diese PR-Aktion – in Deutsch, Englisch, Französich und Spanisch – am 24. Oktober 2017 als Petition gestartet:

Das ist natürlich keine Petition, so wie eine Bittschrift an ein Regierung, eine Behörde oder ein Parlament. Es ist umgekehrt. Die Petition richtet sich als Aufruf an alle, die eine bessere Welt wollen und sich dafür einsetzen. Also an Menschen, die normalerweise selbst Petitionen an Regierungen, Behörden und Parlamente schreiben.

Den Sinn und Zweck des Appells kann man im Text lesen. Es ist ein Versuch, den Leuten klar zu machen, dass ihr Engagement nicht ausreicht, wenn keine klare weltpolitische Vision dahinter steckt. Deshalb ist der Appell eine Dauerwerbung für das politische Weltbürgertum. Als solche war er auch von Anfang an gedacht.

Inzwischen ist der Aufruf zum Selbstläufer geworden. Es kommen immer wieder neue Zustimungen dazu und es melden sich ab und zu am Mondialismus und einer Zusammenarbeit Interessierte.

Ich danke ganz herzlich allen, die den Appell teilen und damit aktiv bei der Verbreitung unserer Ideen und Aktionen mithelfen.