Mittwoch, 1. Januar 2020

Planetarisches Bewusstsein durch Overview-Effekt?

Astronauten berichteten von einem intensiven Gefühl, als sie die Erde vom Weltraum aus sahen. Dieser Eindruck, als Oberview-Effekt bezeichnet, führte bei vielen zu einer Art Bewusstseinserweiterung. Der Wissenschaftsautor Frank White veröffentliche 1987 sein Buch "The Overview Effect", deutsche Ausgabe 1989: Der Overview-Effekt – Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert – Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt.

"Am ersten Tag deutete jeder auf sein Land. Am dritten oder vierten Tag zeigte jeder auf seinen Kontinent. Ab dem fünften Tag achteten wir auch nicht mehr auf die Kontinente. Wir sahen nur noch die Erde, als den einen, ganzen Planeten."
Astronaut Sultan Bin Salman Bin Abdul-Aziz Al Saud, Discovery 1985

Im Hinblick auf die damit verbundenen gefahrvollen Umstände, kann man dieses Erlebnis nachvollziehen, ohne selbst in den Weltraum geflogen zu sein. In kleinerem Maßstab kennt man das vom Besteigen hoher Berge. Nicht selten weitet sich der geistige Horizont. Schon so mancher Gipferstürmer kam mit außergewöhnlichen Ideen nach Hause. Dass es auf der ganzen Welt, in allen Kulturkreisen und Religionen, "heilige" Berge gibt, ist kein Zufall.

Auch als bloßes Bild kann der Anblick der Erde in seiner Gesamtheit beeidruckend sein. Ich hatte das schon in meinem Appell für die politische Einheit der Menschheit erwähnt: Der Vorbehalt der Utopie war mir dabei stets gewiss, aber jeder Blick auf ein NASA-Foto unseres Planeten stärkte in mir die Gewissheit, der richtigen Sache verpflichtet zu sein. Die Flagge mit der abgebildeten Erde lässt jeden sofort erkennen, worum es geht.

Laut einem Artikel in The Guardian wollen demnächst Wissenschaftler in einer Studie untersuchen, ob und wie sich der Overview-Effekt künstlich nachbilden lässt. Das wäre natürlich der Traum eines jeden, der sich um die Zukunft der Menschheit Sorgen macht: Eine schnelle, umfassende und nachhaltige Ausbildung von planetarischem Bewusstsein bei möglichst vielen Menschen. Allerdings muss man dabei aufpassen, dass die Sache nicht in die Esoterikfalle gerät.

Ich denke, dass man bei der Ausbildung zu planetarischem Bewusstsein mit wissenschaftlichen Methoden auf der sicheren Seite ist. Egal welches Ergebnisse die angekündigte Studie bringen wird, das alles ist eine Frage von Wissen und Bildung. Dabei wären die Aufnahme der Big History in die Lehrpläne unserer Schulen, mit der Zukunftsperspektive einer Greater Earth von großem Vorteil.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine gutes Jahr 2020 und viel planetarisches Bewusstsein!

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