Montag, 16. März 2020

Die Demokratischen Weltföderalisten (DWF) im Fokus

Es gibt die Demokratischen Weltföderalisten, mit Sitz in San Francisco, als eigenständige Vereinigung seit 2004. Als solche sind sie Mitglied im Weltverband der Weltföderlisten. Wir hatten die DWF seit September 2018 im Weltbürger-Forum thematisiert, aber schon zuvor, im Zusammenhang mit den irrationalen Aktivitäten der World Constitution and Parliament Association (WCPA) und ihres Präsidenten Dr. Glen T. Martin, im Blick.
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Neben der personellen Verflechtung mit der WCPA ergaben sich weitere bedenkliche Tatsachen. So wurde deutlich, wie auffällig Dr. Roger Kotila, Präsident der DWF und Vizepräsident der WCPA, seine durchaus berechtigte Kritik an der US-amerikanischen Politik mit Elementen aus der gegen USA, NATO und Israel gerichteten russischen Staatspropaganda begründete. Seine Website EARTH FEDERATION ist mit entsprechenden Texten und Quellenangaben durchsetzt. Von seiner Seite versorgt Dr. Kotila die dubiose russische Organisation "peace from harmony" seit Jahren mit Beiträgen.


DWF-Vorstand - Screenshot Spaghetti Immage
2018 schien sich die Situation zu ändern, als Etienne Bowie die Geschäftsführung der DWF übernahm und eine neue, professionelle Website gestaltete. Leider hat sich inzwischen auch hier der alte Stil durchgesetzt. Man braucht nur die Artikel in den DWF NEWS zu lesen, um ausreichend Belege dafür zu finden. Hier werden auch "alternative" Medien, wie die von der Moon-Sekte herausgegebene Washington Times als Quellen genutzt. Da wird auch schon mal von Dr. Kotila ein bekannter Verschwörungstheoretiker als Zeuge bemüht. Michel Chossudovsky nimmt laut Wikipedia an, die USA hätten eine Waffe für eine neue Weltordnung, welche den Klimawandel herbeiführen könne und behauptet, sie hätten im Voraus um den Tsunami von 2004 gewusst ... piep-piep.

Bezüglich des Versprechens von San Francisco kommt der "Direktor für Verwaltung und Entwicklung" – im Rahmen seines umfangreichen Jahresberichtes 2019 (PDF) – zu der Erkenntnis:
"Die Hauptaufgabe, die meine Unterstützung für das SF-Versprechen einschloss, ein Projekt, das 2018 begann, bestand darin, andere Organisationen der Zivilgesellschaft zu fördern und sie weiterhin zu erreichen, damit sie sich der Bewegung anschließen. Dies war nicht sehr fruchtbar. Ich würde vorschlagen, dass wir uns dieses Projekt noch einmal ansehen und die Botschaft neu formulieren, denn ich glaube nicht, dass das Publikum unser Motiv mit dem SF-Versprechen vollständig versteht. Ich würde vorschlagen, dass wir das Projekt in Miniprojekten untermauern, um das volle Verständnis der Mission zu erleichtern."
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Ich glaube nicht, dass diese Überlegungen etwas nutzen. Seriöse Organisationen der Zivilgesellschaft werde sich nicht darauf einlassen, wenn sie die dubiosen Hintergründe der DWF erfahren. Die DWF haben sich bisher auch nicht merklich an konkreten Aktiviäten zur Reform der Vereinten Nationen beteiligt, also keine besondere Kooperationsfähigkeit erkennen lassen. Ihre "Bewegung" geht kaum über die Internet-Präsenz hinaus.

Kotila in seiner Facebook-Chronik am 12. Sept. 2019 - Screenshot Spaghetti Immage
Fazit: Die Demokratischen Weltföderalisten sind ein kleiner Club alter Männer, die sich einbilden, mittels der von der WCPA ausgearbeiteten "Erdverfassung" eine neue UNO erschaffen zu können. Dr. Kotila droht sogar in einem Artikel damit, man stehe in den Startlöchern, falls die UNO nicht endlich auf ihre Vorschläge eingehe. Das grenzt schon an Größenwahn. Dass dies nicht funktioniert, hat sich seit Jahrzehnten herausgestellt. Da wundert es auch nicht, wenn sie in der Öffentlichkeit nicht ernst genommen werden. Und was an den DWF so demokratisch sein soll, ist auch nicht zu erkennen. Das ist wirklich kein gutes Aushängeschild für die dringend notwendige Perspektive einer demokratischen Weltföderation.

Siehe auch den Beitrag Die Welt-Verschwörungs-Bürger

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