Freitag, 21. August 2020

Mehr Internationale Friedensstädte gesucht

In einer, vom Magistrat der Stadt Linz an der Donau 2009 herausgegebenen Schrift über Begründung, Formen und Beispiele kommunaler Friedensarbeit, befasste sich Peter van den Dungen, Friedensforscher an der Universität von Bradford UK, in seinem Beitrag mit der „Idee und Geschichte der neuzeitlichen Friedensstadt“.

Jede Stadt, jede Gemeinde besitzt ein Vermächtnis des Friedens, sei es durch historische Ereignisse oder das Wirken von Persönlichkeiten, welches zum Wohlstand und zur Lebensqualität der Bürger beigetragen hat. Keine Stadt ist zu 100% eine Stadt des Friedens, aber alle können den Weg zu einer friedlichen Gemeinschaft einschlagen. Die Begründung einer Friedensstadt erkennt vergangene Errungenschaften an, fördert aktuelle Initiativen und inspiriert zukünftige Generationen zur praktischen Friedensförderung. Dabei kommt es nicht auf die Größe an. In dem Sinne sind auch kleine Dörfer als Städte des Friedens willkommen.

Die von Peter van den Dungen skizzierte Typologie kann heute um eine Kategorie erweitert werden. Es sind örtliche Initiativen, welche Friedensstädte begründen, egal in welcher Form und in welchem Umfang diese mit der Typologie übereinstimmen. Den globalen Rahmen dafür bieten die „International Cities of Peace“. Das ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Dayton/Ohio USA.



International Cities of Peace“ (ICP) entstand nach den Friedensverhandlungen von Dayton 1995, die zum Ende des Bürgerkrieges in Bosnien-Herzegowina führten. Dayton in Ohio wurde die erste Friedensstadt einer Gemeinschaft, in der aktuell weltweit 282 Organisationen und Vereine ihre Friedensstädte repräsentieren. Deren Arbeitsweisen und Intensionen sind unterschiedlich. ICP macht zur Friedensarbeit keine Vorschriften, sondern bietet vielmehr eine Plattform des Austauschs und der gegenseitigen Bereicherung. Es werden hoffentlich bald 300 und mehr sein.

Es ist Konsens der Friedensstädte, eine globale Gemeinschaft der Kultur und des Friedens zu schaffen und weiter zu entwickeln. Friedensarbeit erweist sich auf kommunaler Ebene als effektiv, wo Bedürfnisse bekannt sind und Lösungen aus dem Zusammensein und der Zusammenarbeit zwischen allen Bereichen der Gesellschaft – Kunst, Bildung, Umwelt, Wirtschaft, Sicherheit, Erholung, Religion, Dienstleistung, Gesundheit, Verwaltung – kommen. Frieden ist nicht nur eine Hoffnung, es ist ein Recht. Die Städte des Friedens definieren Frieden als Sicherheit, Wohlstand und Lebensqualität.

Es werden mehr Friedensstädte gesucht. Eine solche zu begründen ist nicht schwierig. Es bedarf lediglich einer Initiative vor Ort. Friedensgruppen, soziale Vereine, kulturelle Einrichtungen, alle die sich aktiv für ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben in den Gemeinden und darüber hinaus einsetzen, sind dazu befähigt. Die Zustimmung von Stadtparlamenten und Bürgermeistern ist nicht zwingend notwendig. Wenn doch vorhanden, um so besser. Es genügt zunächst eine Absichtserklärung der für die Initiative Verantwortlichen. ICP erhebt keine Mitgliedsbeiträge. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über freiwillige Spenden.

Hier mehr zu den Formalitäten.

 

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